Getigerte Katzen: Muster und Merkmale
Tabby ist ein Fellmuster und keine Rasse. Die vier Muster, warum jede Katze das Tabby-Gen trägt, und was die Zeichnung nicht verrät.
Das Erste, was zu sagen ist: Tabby ist keine Rasse. Es ist ein Fellmuster, und es kommt in Dutzenden von Rassen und bei der Mehrzahl der Katzen ohne Stammbaum vor.
Eine Katze als Tabby zu bezeichnen sagt Ihnen also, wie das Fell aussieht, und überhaupt nichts über Wesen, Größe oder Gesundheit.
Genetisch ist jede Katze ein Tabby
Darunter trägt jede Hauskatze das Tabby-Muster. Bei einfarbigen Katzen wird es von einem eigenen Gen überdeckt.
Man sieht das manchmal bei starkem Sonnenlicht an einer schwarzen Katze: schwache Geisterstreifen scheinen durch. Schwarze Kitten zeigen häufig sichtbare Tabby-Zeichnung, die mit dem Heranwachsen verblasst.
Die vier Muster
Gestromt. Schmale senkrechte Streifen, die von einer dunklen Rückenlinie an den Flanken herablaufen, wie ein Fischskelett. Das ist das ursprüngliche Wildtyp-Muster.
Klassisch, oder geblümt. Breite Wirbel und ein charakteristisches Zielscheibenmuster auf jeder Flanke. Es entstand aus einer Mutation und wurde in Europa häufig.
Getupft. Die Streifen in Tupfen aufgelöst. Zu sehen bei der Ägyptischen Mau und der Bengal, und bei vielen gewöhnlichen Katzen.
Getickt. Gar keine Streifen am Körper; jedes einzelne Haar ist abwechselnd gebändert, was ein gesprenkeltes Aussehen ergibt. Kennzeichnend für die Abessinierkatze, wobei an Beinen und Rute oft schwache Zeichnungen bleiben.
Das M auf der Stirn
Fast jede getigerte Katze trägt ein M auf der Stirn. Es ergibt sich daraus, wie das Muster über das Gesicht verläuft, und es erscheint bei allen vier Typen. Mehrere Kulturen knüpfen Legenden daran; die Erklärung ist genetisch.
Die Farben
Das Muster gibt es in Braun, Grau, Rot, Creme und Silber. Zwei Kombinationen sind wissenswert:
Torbie, eine Schildpattkatze mit Tabby-Zeichnung. Da die Genetik der Schildpattfärbung an das X-Chromosom gebunden ist, sind diese Katzen fast immer weiblich.
Rote Tabbys sind häufiger männlich als weiblich, aus demselben Grund umgekehrt. Alle roten Katzen zeigen Tabby-Zeichnung; eine einfarbig rote Katze gibt es nicht.
Das Wesen
Ein Tabby-Wesen gibt es nicht. Die Persönlichkeit einer Katze entsteht aus der Genetik der Eltern, der Sozialisierung zwischen der zweiten und siebten Lebenswoche, und späteren Erfahrungen.
Die Behauptung, rote Katzen seien freundlich oder Schildpattkatzen schwierig, ist Folklore. Der Umgang in diesen frühen Wochen sagt die Geselligkeit im Erwachsenenalter weit besser voraus als die Farbe.
Die Pflege
Wie bei jeder Katze: altersgerechtes Alleinfutter, aktuelle Impfungen und Parasitenbehandlung, jährliche Kontrolle und ab zehn Jahren halbjährlich, Zahnpflege, saubere Katzentoiletten und genug Beschäftigung.
Ein Punkt speziell bei kräftig gezeichnetem Fell: dünner werdendes Haar und kleine Krusten übersieht man zwischen den Streifen leicht. Prüfen Sie die Haut mit den Händen statt mit den Augen.
